Prognose zum Altersvorsorge-Depot: 2,9 Mio. Verträge in erster Abschlusswelle

Sirius Campus & Aeiforia Marktuntersuchung zum Absatzpotenzial des Altersvorsorge-Depots „Altersvorsorge im Aufwind 2. Welle 09 / 2026“

Oktober 2026. Von den rund 44 Mio. Förderberechtigten kennen bereits drei Viertel (73%) das neue Altersvorsorge-Depot, 15 Prozentpunkte mehr als noch im April 2026. Die steigende Bekanntheit wird durch Nachrichtenmeldungen zum Altersvorsorge-Depot und zunehmend durch Werbung sowie Anbieteransprachen erzeugt. Unter den Kennern des Altersvorsorge-Depot ist die Abschlussbereitschaft mit 29 Prozent seit April zwar etwas gesunken (April: 34%). Jedoch wollen sich nun sogar drei Viertel (75%) der Abschlussbereiten in den nächsten sechs Monaten bereits beraten lassen (April: 55%). Damit liegt eine konservative Prognose für das Abschlusspotenzial zum Angebotsstart des Altersvorsorge-Depots Anfang 2027 bei 2,9 Millionen Verträgen. Mit einem durchschnittlichen Sparvolumen je Vertrag von rund 142 Euro im Monat und unter Berücksichtigung der Förderzulagen ergibt sich in der Summe ein Jahresbeitragsvolumen von 6 Mrd. Euro, die auf verschiedene Anbieter verteilt werden.

„Viele Kunden sind noch unentschlossen und haben nur erste Überlegungen, wie viel Beitragsgarantie sie haben wollen und welche Anbieter für sie infrage kommen. Bei der Verteilung der Neuverträge wird hauptsächlich die aktive Kundenansprache und der Aufbau einer hohen Beratungsqualität ausschlaggebend sein“, erläutert Dr. Oliver Gaedeke, Gründer und Geschäftsführer von Sirius Campus.

Dies sind die Ergebnisse der Sirius Campus Marktuntersuchung „Altersvorsorge im Aufbruch“, die vom Vorsorgespezialisten Aeiforia unterstützt wird. Die Online-Erhebung unter 1.081 repräsentativ befragten Förderberechtigten fand Anfang September 2026 statt.

Einfluss der Ansprache und des Beratungsangebots

Die konservative Prognose steht am unteren Ende einer Szenario-Schätzung. Wesentliche Treiber für die Aktivierung zum Abschluss ist für viele Förderberechtigte ein gutes Beratungsgespräch. Bereits jetzt sind etwa ein Viertel (28%) der Förderberechtigten von ihren Bank- und Bausparkassenberatern, Versicherungsvermittlern oder News-Feeds aus dem Online-Banking angesprochen worden. Dabei ist zu erkennen, dass viele Kunden ihrem bestehenden Anbieter für ihre private Altersversorgung vorerst auch beim Altersvorsorge-Depot vertrauen wollen.

„Es gibt immer noch Finanzanbieter, die die Nachfragewelle sogar in ihrem eigenen Bestand unterschätzen. Nicht nur muss das Produkt möglichst bis Ende des Jahres stehen. Zusätzlich wollen auch Vermittelnde und Beratende für eine kundenorientierte Beratung geschult werden“; gibt Martin Gattung, Gründer und Geschäftsführer von Aeiforia, zu bedenken.

Die Erwartungen an ein Altersvorsorge-Depot sind tatsächlich sehr vielfältig. Ein günstiges Online-Depot mit vielen ETFs erreicht in Zielgruppen mit Geldanlageerfahrungen und Lust auf eigenständige Entscheidungen hohe Beliebtheit. Und es gibt Förderberechtigte, die weiterhin auf eine hohe Beitragssicherheit wertlegen. Anspruchsvoll für Anbieter wird es dadurch, dass eigentlich an allen Beratungs- und Abschlussorten mehr als nur eine Produktvariante erwartet wird.

Staat sollte auf Standard-Altersvorsorge-Depot verzichten

Nach wie vor sind nur rund ein Zehntel (11%) der Förderberechtigten an einer garantielosen Variante des Altersvorsorge-Depot interessiert. Selbst die zusätzlichen Aussichten auf höhere Renditen können das nicht ändern. Der Staat als Anbieter ist zwar neben Versicherern, Sparkassen, Banken und Bausparkassen durchaus beliebt, jedoch fast nur bei sicherheitsorientierten Menschen mit Wunsch nach einem Garantieprodukt. Eigenständige Entscheider, die heute schon ein Online-Depot verwalten, tendieren am häufigsten zum Null-Garantie-ETF-Depot. Diese Kunden erwarten jedoch eine größere Auswahl an Investitionsmöglichkeiten, als dies mit zwei ETFs im Standard-Depot möglich ist.

„Die geringe Abschlussbereitschaft für ein staatliches Standard-Altersvorsorge-Depot wird mit hoher Wahrscheinlichkeit dazu führen, dass die staatlichen Investitionen in ein solches Angebot die möglichen Einnahmen mehrfach überzeichnen werden“, stellt Dr. Oliver Gaedeke heraus. „Die Expertise und Wettbewerbsintensität im Finanzdienstleistungsmarkt ist groß genug, dass nicht auch noch der Staat mit zusätzlichen Steuergeldern als Anbieter auftreten muss.“

Weitere Infromationen zur Untersuchung finden sich hier:

Oliver Gaedeke
oliver.gaedeke@siriuscampus.de
0152 38 24 66 40