Zukunftsoptimismus und Selbstvertrauen gehen zurück: Junge Erwachsene orientieren sich bei Versicherungen wieder stärker an ihren Eltern

Juli 2026. Junge Erwachsene blicken heute deutlich weniger optimistisch in die Zukunft als noch vor der Corona-Pandemie. Gleichzeitig ist auch die Überzeugung zurückgegangen, das eigene Leben selbst steuern zu können. Parallel dazu zeigt sich eine bemerkenswerte Entwicklung bei Versicherungsentscheidungen: Eltern nehmen heute deutlich häufiger Einfluss auf die Finanz- und Versicherungsentscheidungen ihrer erwachsenen Kinder als noch vor sechs Jahren. Diese Entwicklung wird sowohl von den jungen Erwachsenen als auch von ihren Eltern bestätigt. Hinzu kommt, dass Eltern häufig auch einen erheblichen Teil der Versicherungsbeiträge ihrer erwachsenen Kinder übernehmen. Empfehlungen aus dem persönlichen Umfeld gehören somit weiterhin zu den wichtigsten Einflussfaktoren bei Versicherungsentscheidungen junger Menschen.

Großes Interesse an Versicherungs-Starterpaketen für Junge Leute

Für Versicherer ergeben sich daraus interessante Ansatzpunkte. Das Interesse an einem speziell auf junge Erwachsene zugeschnittenen Versicherungs-Starterpaket ist weiterhin hoch und hat gegenüber den letzten Untersuchungen 2020 und 2022 sogar noch an Attraktivität gewonnen. Vor allem das Premium-Paket inklusive Berufsunfähigkeits-, private Unfall- und Cyber-Risk-Versicherung wird von den jungen Leuten deutlich häufiger bevorzugt als zuletzt. Zugleich verändert sich mit zunehmendem Alter der Versicherungsbedarf: Während bei den Jüngeren (18 bis 25 Jahre) zunächst klassische Einstiegsversicherungen im Vordergrund stehen (private Haftpflicht, Kfz, außerdem vergleichsweise häufig Auslandsreisekranken), gewinnt später insbesondere die Berufsunfähigkeits- aber auch die Zahnzusatzversicherung an Bedeutung.

Familien wünschen sich Orientierung und Beratung

Auch Familien beschäftigen sich intensiv mit ihrer Absicherung. Für sie hat die Absicherung der Kinder höchste Priorität, die sogar noch über der Absicherung der Hauptverdiener steht. Zugleich fühlt sich knapp die Hälfte der Familien bei der richtigen Absicherung verunsichert – vor allem junge Familien mit Kindern unter 8 Jahren. Entsprechend groß ist zum einen der Wunsch nach Beratung, zum anderen aber auch nach umfassenden Lösungen. Daher stoßen auch unter Familien Versicherungspakete, die die zentralen Versicherungen des Familienalltags bündeln, auf hohe Akzeptanz: 45 Prozent würden ein solches Familien-Versicherungspaket „bestimmt“ oder „wahrscheinlich abschließen“. Sollte für das Familien-Versicherungspaket ein Anbieterwechsel notwendig sein, so würde das etwa ein Drittel der zuvor Abschlussbereiten abschrecken – vor allem Familien mit kleinen Kindern.

Familien sind offen für attraktive Zusatzleistungen

Neben klassischen Versicherungslösungen stoßen auch Zusatzleistungen auf großes Interesse. Besonders attraktiv ist für Familien die Möglichkeit, volljährige Kinder nach Abschluss von Schule oder Berufsausbildung weiterhin mitzuversichern, sofern sie noch im Elternhaus leben. Ebenfalls auf hohe Zustimmung treffen Erweiterungen der privaten Unfallversicherung sowie Rentenversicherungen mit flexiblen Beitragszeiten. Das Interesse an solchen Zusatzleistungen ist vor allem bei Familien mit Kindern zwischen 8 und 17 Jahren ausgeprägt und hat gegenüber 2022 tendenziell weiter zugenommen.

Christoph Müller
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