Bereitschaft zum energetischen Sanieren bei KMU nimmt zu: eigene Stromversorgung am attraktivsten

Sirius Campus Marktuntersuchung „Monitor zur Energiewende für kleine und mittlere Unternehmen“

Juni 2026. Drei Viertel (75%) der nach Wirtschaftskraft gewichteten Kleinst- bis mittleren Unternehmen (KMU) besitzen eine selbstgenutzte Immobilie. Davon plant die Hälfte (50%) mindestens eine energetische Sanierung in den nächsten fünf Jahren. Vor zwei Jahren waren dies noch 45 Prozent. Vor allen Dingen mittlere Unternehmen (50 bis 249 Mitarbeiter) und Unternehmen mit hohem Energieverbrauch sind an Maßnahmen zur Energieeinsparung an ihren Gebäuden interessiert. Auch eine positive Einstellung zum Klimaschutz und eine Überzeugung von der Energiewende sind förderlich für die Investitionsbereitschaft in energetische Sanierungen. Im Durchschnitt wollen planende KMU rund 130.000 Euro – natürlich stark größenabhängig – in die Sanierung investieren, die zu rund einem Viertel durch Kredite finanziert werden sollen.

Auch im Rückblick auf die letzten fünf Jahre ist eine etwas höhere Sanierungsaktivität bei KMU zu beobachten. Rund ein Fünftel (18%) aller nach Wirtschaftskraft gewichteten KMU hat in den letzten fünf Jahren mindestens eine energetische Sanierung umgesetzt (2023: 17%). Am häufigsten wurden Maßnahmen zur Stromgewinnung, also PV-Anlagen (15%), gefolgt von Wärmedämmungen (10%) und effizienteren Heizungsanlagen (7%) durch KMU realisiert. Anlagen zur regenerativen Warmwasseraufbereitung wurden bisher nur selten installiert (2%).

Dies sind die Ergebnisse der Sirius Campus Marktuntersuchung „Monitor zur Energiewende 2025 bei kleinen und mittleren Unternehmen“, mit 574 Interviews. Die wertschöpfungsrepräsentative KMU-Stichprobe wurde unter (Mit-)Entscheidern zu Investitionen für Instandhaltung, Kauf oder Neubau in KMU im September 2025 erhoben.

Investitionsbereitschaft in Stromgewinnung bietet Potenzial für Energy Sharing

Von allen Maßnahmen zur Stromgewinnung und -einsparung sind mit 31 Prozent konkreten Planern sehr beliebt bei den KMU mit selbstgenutzter Immobilie. Davon stehen PV-Anlagen (61%) mit Stromspeicher (50%) besonders hoch im Kurs. Auch Wallboxen (47%) in Verbindung mit Anschaffungsplänen von E-Autos sind ebenfalls auf der Agenda der Investitionsplaner im Bereich Stromgewinnung und -einsparung. Noch etwas seltener im Fokus bei diesen investitionsbereiten Unternehmen stehen Energiemanagement-Systeme (31%). „Die neuen Chancen durch regionales Energy Sharing werden erst jetzt mit Wirksamkeit ab 1. Juni allmählich greifbar. Mit sinkenden Preisen für Stromspeicher und passenden Räumlichkeiten können viele Unternehmen nun auch im Zusammenschluss mit benachbarten Unternehmen ihre Stromversorgung optimieren“, gibt Dr. Oliver Gaedeke, Gründer und Geschäftsführer von Sirius Campus, zu bedenken.

Wärmepumpen sind gefragter denn je

Ein Fünfte (18%) der KMU planen konkret eine effizientere Heizung für selbstgenutzte Immobilien. Davon ziehen inzwischen 85 Prozent eine Wärmepumpe oder andere förderfähige Technologien auf Basis regenerativer Energieträger in Betracht. Vor vier Jahren lag diese Quote noch auf 33 Prozent. „Auffallend sind die breit gestreuten Präferenzen für unterschiedliche Technologien. Das spricht für ein intensives Informationsverhalten und einen elaborierten Entscheidungsprozess. In solchen Märkten gewinnen Herstellermarken und ihre spezifischen Vorteilspositionierungen an Bedeutung“, erläutert Dr. Oliver Gaedeke.

Aus der in diesem Frühjahr durchgeführten Befragung von Energieberatenden ist bereits bekannt, dass rund ein Drittel der Experten fürs Energiesparen in Gebäuden auch Herstellermarken von Wärmepumpen empfehlen. Am häufigsten werden diese Marken in alphabetischer Reihenfolge von Energieberatenden empfohlen (Top10): Alpha-InnoTec, Bosch Thermotechnik / Buderus, Brötje, Daikin, NIBE, Stiebel Eltron, Vaillant, Viessmann, Weishaupt und Wolf.

Der Monitor zur Energiewende 2026 mit Erhebung im September widmet sich vor allem dem Thema Markenwahrnehmung von Wärmepumpenherstellern sowie dem Marktpotenzial von Shared Energy und HEMS (Home Energy Management Systems). Weiter Informationen zu der seit 2020 jährlichen Untersuchung „Monitor zur Energiewende“ finden sich hier.

Weitere Informationen zum „Monitor zur Energiewende“ findet ihr hier:

Dr. Oliver Gaedeke
oliver.gaedeke@siriuscampus.de
0152 38 24 66 40